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Jugendarbeitslosigkeit verhindern


Projekt: "Jugendarbeitslosigkeit verhindern"

Projekthintergrund:

Duisburg, eine Stadt im Ruhrgebiet. Wie in vielen anderen Städten, steigt auch in Duisburg die Armut „dramatisch“, wie der „Der Westen“ am 15.11.2012 berichtete. Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung für Duisburg stellte fest, dass die Stadt als Ganzes verarme und die Armutsquote von 2005 bis 2011 um ein Drittel gestiegen ist. Diese Tatsache betrifft auch Jugendliche, welche die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen belegen: Im November waren 2603 Jugendliche weder in einem Ausbildungs- noch in einem Arbeitsverhältnis. Das sind 2603 zu viel. Um dem entgegenzuwirken, haben wir das Projekt „Jugendarbeitslosigkeit verhindern“ ins Leben gerufen. Aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) geht hervor, dass jeder sechste Duisburger zwischen 15 und 24 Jahren von Hartz IV lebt, das sind 17,4 Prozent. Bundesweit liegt die Quote laut der DGB-Studie bei 8,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich stieg die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen um 4,2 Prozent. Angelika Wagner, Vorsitzende der DGB, sagt, dass es dringend Handlungsbedarf gebe. Es müssten neue und bessere Angebote für junge Menschen gemacht werden, denn es fehlen existenzsichernde Arbeitsplätze. Sie kritisiere, dass immer mehr das Geld fehle, um Menschen zu qualifizieren. Die Fördermittel für Eingliederungshilfen seien in den letzen zwei Jahren von 70 auf 45 Millionen Euro geschmolzen, eine weitere Kürzung um 5 Millionen Euro ist angekündigt.

„Hilfebedürftigkeit hat viele Gründe. Oftmals ist es nicht die eigene Arbeitslosigkeit, sondern andere Lebensumstände, die zur Bedürftigkeit führen. Teils steht dies mit der schwierigen finanziellen Lage des Haushalts oder mit Arbeitsmarktproblemen der Eltern im Zusammenhang. Dies gilt beispielsweise für Jugendliche, die in Ausbildung oder bereits erwerbstätig sind und dennoch auf Hartz IV angewiesen sind. Das eigene Einkommen ist dann so niedrig, dass man davon allein nicht leben kann. Soweit die Eltern oder andere Familienmitglieder nicht über ausreichendes Einkommen verfügen, kann Hartz IV Bedürftigkeit vielfach nicht verhindert werden. Fast die Hälfte der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren dürfte noch zur Schule gehen; entweder im allgemeinbildenden System oder sie besuchen Ausbildungsgänge an Berufsfachschulen. Sie leben oftmals noch bei den Eltern oder bei einem Elternteil. Häufig ist ein weiteres Haushaltsmitglied arbeitslos oder es kann trotz Erwerbstätigkeit das gesellschaftliche Existenzminimum der Bedarfsgemeinschaft nicht gesichert werden. Das Verarmungsrisiko dieser Jugendlichen ist hier offensichtlich längst nicht immer Ausdruck nur eigener beruflicher Integrationsprobleme, sondern relativ oft auf das Fehlen Existenz sichernder Arbeitsplätze der Eltern zurückzuführen. Unübersehbar sind zugleich die Defizite des schulischen und beruflichen Ausbildungssystems. Im Sommer 2012 hatten insgesamt 87 Prozent der hilfebedürftigen Jugendlichen (noch) keine abgeschlossene Berufsausbildung. Besonders hoch ist dieser Anteil in den westdeutschen Großstädten, während die Anteile in den Großstädten Ostdeutschlands eher unterdurchschnittlich sind. Ungünstige Bildungschancen sind ein entscheidendes Handicap vieler Jugendlicher beim Berufseinstieg.“ (DGB-Studie: Verarmungsrisiko bei Jugendlichen)

 

 

Unterstützt von:
Jugendstiftung Bistum Essen

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Projektbeschreibung:

Das Projekt „Jugendarbeitslosigkeit verhindern“ hat einen präventiven Charakter und setzt darauf, möglichst früh mit den Jugendlichen und Heranwachsenden zu arbeiten, um ein Umdenken bei der individuellen Lebensplanung zu bewirken und zu vermitteln, dass einen Job zu haben ein erstrebenswertes Ziel ist.

Das Projekt besteht aus zwei Teilbereichen, dem mobilen Bewerbungsbus und den Bewerbungsseminaren.

Das Projekt LebensWert hat insbesondere mit dem projekteigenen Bus die Möglichkeit mobile Beratungen jeder Art anzubieten. Dies geschieht schon mit der mobilen Sozialberatung, bei der niedrigschwellig Kontakt zu potenziellen Klienten und Obdachlosen hergestellt wird. Zudem stehen zwei SozialarbeiterInnen zur Verfügung, welche mit den Jugendlichen individuell arbeiten und interagieren können.

Der Bus soll als mobiler Bewerbungsbus auf dem Schulhof stehen und niedrigschwellig Auskunft bei Bewerbungsfragen geben. Alternativ kann der Bewerbungsbus auch fest gebucht werden als beispielsweise Unterrichtseinheit zum Thema Bewerbung/Ausbildung.

Es wird Kooperationen mit verschiedenen weiterführenden Schulen im Duisburger Stadtgebiet geben. Vorrangig für Gesamtschulen und Hauptschulen, um die Zielgruppe passgenau zu erreichen. Eine Unterteilung in verschiedene Gruppen mit unterschiedlicher Altersstruktur ist ebenfalls sinnvoll, da bei dieser Vorgehensweise schon präventiv auf jüngere SchülerInnen eingewirkt werden kann. Es gibt in dem geplanten Aktionsgebiet (Duisburger Norden) sechs Gesamtschule und sechs Hauptschulen mit denen eine Kooperation eingegangen werden soll. Dies sind ungefähr 2300 Jugendliche, die wir rein theoretisch mit unserem Angebot erreichen können. Diese Zahl bezieht sich jedoch nur auf den präventiven Teil des Projektes um vorbeugend aufzuklären, wie wichtig eine solide Ausbildung ist.

Nicht mit eingerechnet sind die Zahlen der gerade aktuell arbeitslosen Jugendlichen, welche wir durch Kooperationen mit anderen sozialen Einrichtungen und des Jobcenters erreichen können.

In diesem Stil wird es auch Seminare zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Drogen geben. Alles in einer ungezwungenen Atmosphäre, damit die Jugendlichen sich nicht bedrängt fühlen und aktiv mitarbeiten können.

Das Projekt LebensWert hat insbesondere mit der Begegnungsstätte in Neumühl die besten räumlichen Vorraussetzungen, um Seminare und Trainings oder Fortbildungen anzubieten. Zudem stehen zwei SozialarbeiterInnen zur Verfügung, welche mit den Jugendlichen individuell arbeiten und interagieren können.

Es werden Tages- und Wochenendseminare zu verschiedenen Themen angeboten. In einem niedrigschwelligen Bewerbungstraining sollen Gründzüge der Ausbildungs- und Jobsuche erklärt werden. Die Frage nach dem „Warum“ soll den Jugendlichen näher gebracht werden. Am Ende sollen sie erkennen, dass sie sich nicht für das Jobcenter oder die Eltern bewerben, sondern, dass ein geregeltes Arbeitsverhältnis mehr Vor- als Nachteile für sie hat. Dies geschieht auf einem niedrigen Niveau ohne viel Druck aufzubauen.

Wie bereits erwähnt finden Bewerbungstrainings nach Bedarf statt und wir gehen davon aus, dass wir nach der Anlaufphase mindestens 1 mal pro Woche ein Bewerbungstraining anbieten werden. Ebenfalls sollen auch wieder in unregelmäßigen Abständen, je nach Bedarf, Informationstage zu bestimmten Berufen stattfinden. Bei den Informationstagen kann eine größere Gruppe von Jugendlichen informiert werden. Es ist angedacht verschiedene Seminare stattfinden zu lassen. Ein Seminar ist aufbauend auf dem Bewerbungstraining konzipiert. In Kleingruppen werden die Grundlagen des